Schmetterlinge brauchen mehr als Blühpflanzenaktionismus


Viele Menschen freuen sich an bunten Schmetterlingen, die durch Blumenrabatten flattern, um mit dem Nektar der Blüten ihren Energiebedarf zu decken. Sehr oft wird dabei übersehen, dass es für die adulten Tiere meist kein Problem ist, den geringen Energiebedarf der Fortpflanzungsphase zu decken, zumal die Schmetterlinge in diesem Lebensabschnitt nicht sehr wählerisch sind. Wenn eine Rabatte mit Lavendel von Dickkopffaltern, Perlmuttfaltern und vielen anderen Schmetterlingen besucht wird, bedeutet es keineswegs, dass Lavendel eine für Schmetterlinge wichtige Pflanze wäre. Viel wichtiger sind die Futterpflanzen der Raupen. In dieser Wachstums- und Fressphase benötigen die Tiere meist sehr spezifische Pflanzen. Viele Arten sind genau auf eine einzige Pflanzenart angewiesen und verschwinden, wenn es diese Pflanze nicht mehr gibt. Diese Futterpflanzen der Raupen sind im Regelfall keine spektakulären Blühpflanzen, sondern Gräser, Brennnesseln, Disteln und andere „Unkräuter“. Wenn Brennnesseln entfernt und Gräser kurz gemäht werden, wird Lebensraum für Schmetterlingsraupen zerstört. Da sind Rabatten mit bunten Blumen, die im besten Fall der ungefährdeten Honigbiene als Nahrungsgrundlage dienen, wenig hilfreich. Wer Schmetterlinge liebt, muss im Garten eine Vielfalt von heimischen Pflanzen zulassen. Ein weiterer oft übersehener Lebensraum der Raupen sind Ameisennester, in denen die Raupen der Ameisenbläulinge aufwachsen. Auch diese Nester darf man nicht zerstören, wenn man Ameisenbläulinge erhalten will. In der Naturoase Reindobl wird dafür gesorgt, dass es eine breite Lebensgrundlage für viele verschiedene Schmetterlingsarten gibt.

 

Wichtige Informationen dazu findet man z.B. in folgender Literatur:

Willner "Taschenlexikon der Schmetterlinge Europas" Quelle & Meyer Verlag Wiebelsheim

Bellmann „Der neue Kosmos Schmetterlingsführer“ Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co KG Stuttgart

Reichholf-Riehm „Schmetterlinge“ Mosaik Verlag GmbH München